Der Testosteron-Blog

Testosteron: Jetzt im Überfluss!

Verfasst von: schmettern in: Januar 28, 2009

Jedenfalls in Studien, die Erfolg in “männlichen” Sparten, die langsam von weiblichen Personen erobert werden, mit Testosteron rechtfertigen. Es handelt sich also um Wirtschafts- und Finanzwelt. So jedenfalls The Age.

Eine Studie mit 44 Wertpapierhändlern (ohne _innen) hätte demnach wohl herausgefunden, dass Menschen mit langem Ringfinger erfolgreicher seien. Den haben sie übrigens wegen ihrem hohen Testosteron-Anteil im Blut. Ahja. Wie blöd nur, dass ich Frauen kenne, die einen überhöhten Testosteronspiegel aufweisen und verdammt kurze Finger haben. 44 sind halt doch keine kritische Masse. Übrigens werden Frauen auch nur bei einem hohen Oestradiol-Spiegel schnell untreu (jedenfalls, bei männlichen erfolgreicheren Partnern; ohne _innen), sind aber dafür besonders hübsch.

Also Frauen raus aus der Aktienwelt. Zu wenig Testosteron, also zu wenig Treue, also zu wenig Verlässlichkeit und wenn sie lesbisch sind, reden wir sowieso nicht mit ihnen.

Für mich ja eine klassisch konservative Art, sich auf Biologismen herauszureden, sie so beweisbar zu machen, wie die These, die Erde sei eine Scheibe, und damit als wissenschaftliche unumstößliche Wahrheit hinzustellen. Na dann…

via.

Testosteron – jetzt auch tödlich!

Verfasst von: schmettern in: Dezember 8, 2008

Oder wie die RP-online am 3. Dezember diesen Jahres schrieb:

Das Testosteron sei mit schuld daran, dass Männer früher sterben, sagt Knebel. „Es sorgt bei den Männern für den Dampf, die Grundaggressivität“, erläutert er. Dadurch hätten sie eher den Drang, sich zu beweisen und seien wagemutiger – und das kann gefährlich werden.

Nunja… Ich weiß ja jetzt nicht, ob es wirklich am Testosteron liegt, oder nicht doch evtl. an einem sozial gesteuerten Lebensentwurf, der bei Männern nunmal risikofreudiger gestaltet ist als bei Frauen, aber solche Fragen sollen ja nicht gestellt werden.

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Testosteron – Schuld an der Finanzkrise – reloaded

Verfasst von: schmettern in: November 26, 2008

Wir hatten ja hier schon über die Finanzkrise als Testosterununfall berichtet. Die Readers Edition berichtete nun gestern auch über den Zusammenhang von Hormonen und der Finanzkrise.

Statistisch gesehen führte ein um 30 Prozent höherer Testosteronspiegel zu höheren Investitionen von zehn Prozent im Vergleich zu den anderen Studienteilnehmern.

Nun gut. Damit sei wieder einmal bestätigt, dass Männer aufgrund ihres Testosterongehalts und achja.. nur dann, wenn sie ECHTE Männer sind – also welche mit VIEL Testosteron – risikofreudiger sind. Und wer will kann dies jetzt wieder mal mit der Steinzeitjagd begründen, aber sowas kann auch als lächerlich deklariert werden.

Auch sehr schön, die These, dass Serotonin die Finanzkrise aufhalten hätte können. Also alle Systemprobleme liegen an hormonellen Konstellationen. Wenn die Welt nur immer so schön einfach wäre!

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Testosteron – Jetzt auch kabarettistisch!

Verfasst von: schmettern in: November 24, 2008

Ja, Testosteron hat wohl seit Entdeckung das Zeug zum Witz, wenn sonst nichts mehr funktioniert. So fällt wohl inzwischen auch diesem Künstler

rüdiger hoffmann

rüdiger hoffmann

nichts Sinnvolles mehr ein, worüber mensch sich lustig machen könnte. (Mensch beachte übrigens die Glatze, die auch hier schonmal angesprochen wurde.) Nun also Testosteron. “Sex oder Liebe” heißt das Programm. Auch ein insgesamt eher ausgelutschtes Thema, was es allerdings hier doch tatsächlich noch zu einer positiven Rezension gebracht hat. Dort heißt es:

So machte sich der Komiker unter anderem über den Hormonhaushalt des Menschen Gedanken, wobei das Testosteron ihm die meisten Rätsel aufgab. (…) Während Frauen bei Testosteron-Überschuss dumme Bücher über Familienpolitik schreiben würden, tendierten Männer hingegen dazu, mit Gegenständen zu schlafen und den Irak zu bombardieren, so Hoffmann. Sollte sich das Publikum dann Sorgen machen, wenn er kurz darauf über seinen eigenen, unglaublich hohen Testosteronspiegel spricht?

Nein, natürlich muss sich das Publikum KEINE Sorgen machen, aber haben wir nicht gelacht? haha? nein.

Letzte Randbemerkung: Was Glatzen, also ein hoher Testosteronspiegel, wie hier angemerkt verursachen sieht mensch eh schon an den unfreundlichen MitbewohnerInnen einiger Landstriche, die kleine Probleme mit dem rechten Arm haben. Wobei dieser Vergleich jetzt (Achtung Disclaimer) nicht allgemein und schon gar nicht mit Rüdiger Hoffmann direkt in Verbindung zu bringen ist. Fällt halt ebenso unter die Kategorie: schlechter Witz.

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Testosteron – Party, Party!

Verfasst von: schmettern in: November 21, 2008

In München gibt es also laut Münchner Abendzeitung sogar Testosteron-Partys. Sonst feiern meine Hormone ja gerne eine Party, ohne dass ich da so den Einfluss drauf habe, aber da haben sich wohl alle mal getroffen und einen gehoben. Kimberly Hoppe schreibt also über Männer, die irgendwas von sexy sein sollen und die alle jetzt sexy finden müssen, weil dubiose PreisrichterInnen sie als sexy klassifiziert haben. Aha.

Im Glamour-Getümmel sind tatsächlich noch Männer, die nichts mit dem FC Bayern zu tun haben und trotzdem ausgezeichnet werden. Der schnellste Geiger (David Garrett), der stärkste Mann (Matthias Steiner), der konsequenteste Gelber-Pulli-Träger (Hans-Dietrich Genscher), das schrägste Duo (Dean & Dan von „DSquared“) und der coolste Bald-Papa – Kino-Liebling Moritz Bleibtreu, der mit einem neuen (Ehe-?)Ring am Finger glänzte.

Diese Aufzählung, die Kimberly Hoppe (!) da vornimmt, spricht dann wohl auch für sich. Ich frage mich jetzt ernsthaft, ob Hans-Dietrich Genscher da war und in einem engen gelben Pulli mit den anderen Testos rumgefeiert hat und auch eine hübsche Blondine an seiner Seite hatte, die den Mund nicht aufbekommen hat und dann… dann bekomme ich Angst.

Testosteron – Wirkt auch bei Frauen

Verfasst von: schmettern in: November 20, 2008

Manchmal glaub ich ja, mensch sollte Zitate einfach still stehen lassen und sich wegen gar nix mehr wundern.

z.b. hier bei Focus-online / Gesundheit

Auf der Suche nach einer Affäre werden Frauen besonders bei Männern mit Narben schwach. Laut einer Studie verleiht das Verletzungsmal auf der Haut Männern den Anschein, die von der Frau gesuchte Portion Härte und Testosteron zu besitzen.

Als ob ALLE Frauen sofort denken würden: “Yeah, Narbe, ich kann auf seinen Hormonspiegel schließen.” Abgesehen davon, dass natürlich ALLE Frauen auf Männer stehen. Und natürlich eine Portion Härte & Testosteron suchen. Die Universität Liverpool scheint also heteronormative Studien zu machen.

Ich überlege ja gerade, ob es nicht auch interessant wäre, wieviele Nachrichten im Vergleich zum Begriff “Testosteron” über “Östrogene” kommen. Aber dahingehend nehme ich irgendwenn den großen Vergleich in Angriff.

Übrigens geht es um Narben im Gesicht. Was ich noch viel interessanter finde. Also: Narben im Gesicht machen Männer attraktiver für Frauen, jedenfalls für eine kurze Affäre, für eine längere Beziehung dann lieber doch nicht, weil die ja dann nicht so fürsorglich für die Kinder sind. Archaisches Muster: Samen von einem geilen Bestatter; Erziehung von einem sanften Kerl. Als wäre das nicht eklig genug, geht es mir doch immer so, dass ich, wenn ich Narben im Gesicht eines Mannes sehe, eher an eine Fechterei bei der Burschenschaft denke und dann doch angewidert Abstand von solchen Menschen halte.

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Testosteron – Jetzt auch gegen Haare

Verfasst von: schmettern in: November 20, 2008

Es gibt ja so genannte “Wolfsmenschen“. Die leiden an Hypertrichose, also im Endeffekt darunter, dass sie total viele Haare vornehmlich im Gesicht haben.

Jetzt haben ÄrztInnen herausgefunden, dass diesen Menschen Testosteron gespritzt werden soll, das hilft gegen die Haare auf dem Kopf.

Aber sogar die Welt stellt ja fest, dass das alles “trotzdem” normale Menschen sind:

Die Dokumentation zeigt, dass Pruthviraj trotz seines unnatürlichen Haarwuchses ein völlig gesunder Junge ist, der gerne Sport treibt und gut in der Schule ist.

Nunja, dass jetzt eine Glatze bei Männern für einen erhöhten Testosterinspiegel im Blut steht, ist bekannt, aber hat sich mal jemand Gedanken um die Beinhaare gemacht. Jungs mag das ja jetzt helfen, aber Mädchen werden dann weiter angemacht, weil sie behaarte Beine & Arme haben. Was haben die Leute eigentlich alle gegen Haare, dass sie sich jetzt schon Hormonspritzen geben lassen. Kottletten sind doch in.

cem özdemir

cem özdemir

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Testosteron – Schuld an der Finanzkrise

Verfasst von: schmettern in: November 20, 2008

Ja, jetzt gehts los. Nachdem ich nämlich diesen Artikel gelesen habe, juckte es mich so sehr, dass ich unsere ursprüngliche – wenn beide Alkohol trinken würden, fast rotweingeschwängerte – Idee unbedingt sofort umsetzten musste.

Dort spricht Antje Hermenau wahrscheinlich in ihrer wie auch sonst sehr aktiven Art (Hier sei erinnert an die BDK in Erfurt: “Sachsen hat eine neue frische grüne Stimme! Meine!”; leider nicht online) über die Chancen der Grünen in Sachsen und Thüringen. Mittendrin wird fast unpassend eine Frage über die Finanzkrise gestellt.

Wer ist aus Ihrer Sicht für die Finanzkrise verantwortlich?

Die von Männern dominierten Führungsetagen. Die Finanzmarktkrise ist für mich ein Testosteronunfall. Unsere Gesellschaft kann es sich nicht leisten, auf die weiblichen Kompetenzen zu verzichten. Ich bin sicher, das verstehen nicht nur die Wählerinnen, sondern auch die Wähler.

Und ich bin sicher, das verstehen auch die Managerinnen und Manager, ja sogar die Manager_innen. Und der Kapitalismus sowieso. Die Analysefähigkeit dieser Frau ist wirklich beachtlich. (Wo gabs nochmal die Ironietags?)

Warum denn sowas?

Verfasst von: schmettern in: November 20, 2008

Ja, wenn hier jemand gerade frisch hereingestürmt ist, bekommt sie/er die Erklärung dann hier auch statisch, weil die Frage sicherlich öfter auftauchen wird.

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